dunkle-stunden.de

Depression und trotzdem leben !

14/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Sitzen bleiben ?

20. Oktober 2016

Ich sitze hier und komme zu nichts. Schreibe etwas, wobei ich nicht weiß was es ist. Sitze hier und möchte das die Dunkelheit der Nacht wieder mich aufnimmt. Damit ich die Dinge, die im Licht liegen, nicht erkennen muss. 

Ich sitze hier und weiß das Licht bringt Dinge zu Tage, die ich hasse. Dunkelheit und sich vom Licht fern halten, hilft mir, aber nur bedingt. Ich weiss das diese Dinge dort im Licht auf mich warten. Ich weiche aus und versuche nicht hinzusehen.

Ich sitze hier und spüre die Kraft vom Licht. Sie kommt durch die kleinsten Ritzen in mein Leben, das in der Dunkelheit sich wohl fühlt. Es ruft mich fast schon und will mir sagen: „Komm und sieh es dir an!“ Doch der Schmerz und die Verletzungen liegen tief in mir, so tief, wie ich selber in der Dunkelheit lebe.

Ich sitze hier und je mehr Licht zu mir in die Dunkelheit dringt, je mehr sehe ich das diese Dunkelheit mich nur vermeintlich schützt. Hier herrscht teilweise großes Chaos und manchmal weiß ich nicht was schlimmer ist. Hier in dem Chaos der Dunkelheit zu sitzen, oder den Versuch zu starten die Dinge die im Licht liegen mir anzusehen? Ich werde noch eine Weile hier sitzen bleiben und überlegen was für mich besser ist.

14. Januar 2019

Ich bin in der Zwischenzeit aufgestanden und habe meinen Weg aus der Dunkelheit begonnen. Ich musste einige Dinge erkennen, die ich lange Zeit für ewig verschlossen angesehen habe. Dinge wie Schmerz, Verzweiflung Einsamkeit und Zerstörung. Ich bin immer wieder zurück gegangen an diesen dunklen Ort um mich vermeintlich selbst zu schützen, aber es war immer nur ein Selbstbetrug dem ich erlegen bin. Immer öfter trat ich nun aus der Dunkelheit und sah die Dinge, wie sie wirklich waren und heute sind. Der Drang sich wieder in die Dunkelheit zu begeben ist groß und auch heute gehe ich wieder diese Schritte zurück. Aber immer seltener und ich werde irgendwann hier nicht mehr zu finden sein.

11/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Aus dem Rahmen gefallen !

14. Dezember 2016

So kam ich mir vor, als die Depression mich mit voller Wucht erwischte. Ich passte nicht mehr in meinen alten gesellschaftlichen Rahmen. Geschweige denn in den Beruflichen. Da ging gar nichts mehr. Ich versuchte irgendwie wieder hochzukommen, aber das gelang mir nicht. Alle Eckpunkte meines Lebens waren wie weggebrochen. Was lange positiv für mich erschien, bekam eine neue Sichtweise, da ich plötzlich ausserhalb der ehemaligen Rahmenbedingungen lebte. Ein Leben im Chaos! 

Sehr lange habe ich versucht diese Rahmenbedingungen wieder zu erreichen und mich in diesen einzuordnen. Es ging ja Jahrzehnte lang gut bis,  … bis die Depression kam. Ich musste aber lernen, dass ich diesen Weg wohl nie wieder gehen werde. Das Leben wie ich es vorher geführt habe, wird nie wieder so sein! Es brauchte eine lange Zeit um diese Erkenntnis zu bekommen und noch mehr Zeit, sie zu akzeptieren. Ich arbeite heute noch ein wenig an dieser Thematik. Aber nur noch selten. Die alten Rahmenbedingungen sind noch irgendwo da, aber sie sind es nicht mehr meine Rahmenbedingungen!

P.S. Beim Erstellen des Fotos ist viel Schweiß geflossen, da einige Dinge wieder hoch kamen. Aber es war mir wichtig diese Dinge euch mitzuteilen. Es wäre nett, wenn ihr diesen Beitrag teilen würdet. Vielen Dank dafür!

11. Januar 2019

Diese alten Rahmenbedingungen sind nun völlig weggefallen und das ist gut so! Sicher, lange lebte ich in Angst und Chaos, da man als Mensch irgendwelche Eckpunkte braucht, finde ich. Doch nun bin ich am Aufbau meiner persönlichen Rahmenbedingungen dran. Die ich festlege und ich sage was gut, oder nicht gut für mich ist. Im persönlichen Umfeld trifft man damit nicht nur auf Zustimmung, aber es ist wichtig für mich, dass ich damit zurechtkomme. Es ist mein Leben!

10/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Du bist etwas Besonderes ! Ich bin etwas Besonderes !

25. September 2016

Ich glaube das ein Mensch mit Depressionen etwas ganz Besonderes ist. Im Laufe meiner Erkrankung habe ich mich stark verändert. Ich sehen viele Dinge nicht mehr so wie ich sie früher sah. Das was sich Mainstream nennt, finde ich oft lächerlich und kann nur mit dem Kopf schütteln. Ich will auch gar nicht mehr mit der Masse irgendwo hinschwimmen. Ich will ich sein! 

Das was viele als erstrebenswert sehen möchte ich persönlich nicht besitzen, denn oft nehmen solche Dinge Besitz von einem selber. Ich will frei sein vom Zwang mitzulaufen, oder gleich zu denken wie es viele tun.  

Für mich ist nicht erstrebenswert Erfolg im Beruf zu haben und viel Geld zu verdienen. Ich möchte das ich mein Leben als größten Erfolg anerkenne. Mit allen positiven wie auch negativen Seiten. Ich bete und hoffe das ich diesen Weg weiter gehen kann, auch wenn mich meine Depression irgendwann wieder mal versucht, ins dunkle Loch der Teilnahmslosigkeit zu ziehen.

Ich sag nicht das ich jetzt auf Wolke 7 schwebe, aber ich möchte einfach mehr ich sein und nicht der Typ, der von anderen gern gesehen und in eine Rolle gesteckt wird. Ich glaube das depressive Menschen ganz sensible Seelen sind und sie dadurch viel mehr vom wahren Leben spüren, als die meisten anderen Menschen. Ich durfte das während meiner Klinikaufenthalte bei vielen Mitpatienten sehen und heute erkenne ich es.

Deswegen möchte ich allen Betroffenen zusagen: Ihr seid etwas Besonderes! Ich weiß, das oft ein dunkles Tuch über das eigene Leben liegt, doch nehmt es an als einen Teil von euch. Ihr habt viel mehr Feingefühl und Sensibilität für Dinge in dieser Welt bekommen. Nutzt sie für euch und ihr werdet sehen wie sich vielleicht öfters das dunkle Tuch beiseite schieben lässt.

Ich sage nicht das es immer klappen wird, sicher nicht. Aber die Momente in denen das funktioniert, sind so helle Momente in eurem Leben, dass sie selbst unter dem dunklen Tuch der Depression euch noch ein wenig Licht spenden werden. Gebt euch nicht auf!

Das sind einige Gedanken die mir heute Abend durch den Kopf gingen. Fertigstellung Text und Bild haben gerade mal 20 Minuten gedauert. Es soll/wollte wohl irgendwie raus.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen.

P.S.  Rechtschreibfehler sind nicht ausgeschlossen.

10. Januar 2019

Auch heute noch denke ich so! Wir, die wir direkt betroffen sind, haben oft eine andere Sichtweise bekommen, auf alles was um uns herum geschieht. Das wiederum wird vom Umfeld als negativ angesehen. Wir „ticken“ halt nicht richtig, weil wir oft nicht mehr der Mainstream-Meinung folgen. Ich bin zwischenzeitlich stolz darauf, nicht mehr in der Masse mitschwimmen zu müssen.

09/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Ich bin nicht meine Krankheit !

Moin. Hatte heute früh meine erste Therapiestunde des Jahres 2019. Ist ganz gut verlaufen. Mein Therapeut fand es positiv, dass ich meine Beiträge die sich um meine Depression handeln, eine eigene Domain gegeben habe.

Für mich war es endlich der Schritt in die richtige Richtung. Denn meine Krankheit ist nur ein Teil von mir. Manchmal mehr, manchmal weniger und manchmal sogar gar nicht! Das möchte ich hier auf dieser Webseite, klar zum Ausdruck bringen. Ja ich habe Depressionen, aber ich kann damit trotzdem ein relativ gutes Leben führen.

Das Ganze ist natürlich auch nicht gleich von Anfang an so bei mir gewesen. Lange Jahre der Therapie und auch der Medikation haben mir dabei geholfen und nein, ich bin nicht geheilt! Aber ich lerne immer mehr mit dieser Krankheit zu leben, ohne das ich meine Krankheit lebe!

08/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Aktueller Blogeintrag: Mir geht es gut !

Im Moment kann ich das von mir behaupten. Ich durfte eine schöne Weihnachtszeit im Kreise von unseren Kindern und dem Enkelkind erleben. Auch Silvester, das wir dieses Jahr bei/mit Freunden verbracht haben, ist eine schöne positive Zeit gewesen. 

Derzeit schraube ich hier an der Webseite und bin anderweitig an einem Fotoprojekt am arbeiten. Ausserdem ist gestern eine Verlosung auf meiner anderen Webseite gestartet. Also ziemlich viel los hier im Moment. Und es geht mir immer noch gut.

Und ja, ich weiß das es schnell wieder anders werden kann, aber ich versuche diese Gedanken daran nicht zu viel Gewicht zu geben. Das klappt nicht immer, aber ich arbeite daran. Da nämlich diese Gedanken auch schnell die positive Zeit hier mit einer dunklen Wolke belegen würden.

Mir geht es gut derzeit und ich frage nicht warum das so ist.

07/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Depression: Licht und Schatten von geschlossenen Selbsthilfegruppen in den Sozialen Netzwerken

21. September 2016

Ich habe Depressionen und versuche damit irgendwie klar zu kommen. Neben Gesprächstherapie und Medikamenten, bin ich auch in der einen, oder anderen „Selbsthilfegruppe“, in den Sozialen Netzwerken unterwegs. Dabei sind mir folgende positiven und auch negativen Punkte aufgefallen.

Als Positiv möchte ich gleich sagen, in diesen Foren/Gruppen wird man mit seiner Krankheit akzeptiert. Dinge die im normalen privaten Umfeld kaum, bis gar nicht ausgesprochen werden, können hier gesagt werden. Man wird verstanden und muss nicht das ganze Krankheitsbild gleich fachlich erklärend, darlegen.

Im gleichen Atemzug bin ich aber teilweise erschrocken, wenn Patienten die in diesen Foren sind, Medikamentenvorschläge machen. Sorry, das geht meiner Meinung nach gar nicht! Jede Depression ist einzigartig und bedarf einer jeweiligen Behandlung. DAS Medikament, das eine Depression heilt, gibt es nicht! Grundlegend rate ich persönlich immer sich um fachliche Hilfe zu bemühen!

Durch das Anfangs erwähnte „verstanden werden“, vertieft sich das Verlangen mehr zu erzählen (jedenfalls bei mir so gewesen). Von sich und seiner Erkrankung und wie es einem dabei geht. Für andere Menschen in dieser Gruppe können solche, teilweise sehr erschütternden Berichte dazu führen, dass ihre eigene Erkrankung sich verstärkt. In Fachkreisen nennt sich das „Triggern“.  

Unter Triggern versteht man Eindrücke, die Erinnerungen an alte Erfahrungen aufwecken, als ob diese Erfahrung jetzt nochmal neu gemacht werden würde. Diese Erinnerungen erfolgen meist plötzlich und mit großer Wucht. Die ehemaligen Gefühle werden unmittelbar wirklich erlebt (ein sogenannter Flashback). Die reale aktuelle Situation kann dann vom Betroffenen teilweise nicht mehr wahrgenommen werden. Es kann dabei soweit kommen, als würde sich der Patient in der alten, erinnerten Situation wirklich befinden. Dabei kann das Triggern auch zeitlich versetzt passieren. Wichtig ist es dann, solche Beiträge vorher mit einer Triggerwarnung zu versehen.

Wir Menschen mit Depressionen, die in geschlossenen Gruppen in den Sozialen Netzwerken über ihre Krankheit sprechen, sollte nauch verantwortungsvoll mit den anderen Gruppenmitglieder umgehen.

Grundlegend kann man sich über solche Gruppen sehr gut Infos über die Möglichkeiten einer fachlichen Beratung/Behandlung holen. Das ist für mich der beste Weg. Wenn dabei Schwierigkeiten z.B. mit der Krankenkasse entstehen, können weitere Tipps gegeben werden, damit ein Patient z.B. doch einen Therapieplatz erhält. Oder wie das aussieht, wenn man sich gegenüber dem Arbeitgeber erklären muss, wenn man für mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate, nicht mehr am Arbeitsplatz ist. 

Selbsthilfegruppen, ich beziehe mich hier nur auf diese in den Sozialen Netzwerken, können einem helfen, aber auch nur begrenzt, das muss jedem klar sein. 

Das sind nur ein paar Gedanken, die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen sind. Gerne dürft ihr mir eure Meinung und Erfahrung dazu schreiben.

07. Januar 2019

Ich bin nun schon längere Zeit in keiner dieser Selbsthilfegruppen mehr angemeldet. Aus der heutigen Sicht hat mir diese Zeit dort wirklich nur kurz und bedingt „geholfen“. Sicher, am Anfang fühlt man sich endlich verstanden. Dort gibt es Menschen, die ähnlich gelagerte Probleme haben. Hier kann man seine Gedanken frei schreiben, ohne das man gleich auf Unverständnis stösst. Das war es auch schon. Denn selbst die Tipps im Umgang mit seinem persönlichen Umfeld, oder dem Arbeitgeber sind nur bedingt hilfreich. Jeder von uns hat seine eigenen persönliche Geschichte, seinen persönlichen Hintergrund, seine persönliche Wahrnehmungen und Gefühle. Es gibt also nicht die Lösung !

Eine Gefahr sehe ich sogar, wenn man dauernd die vielen negativen Einträge der anderen Betroffenen liest. Sie können durchaus dazu führen, weiter sein schwarzes Loch der Unendlichkeit zu graben. Denn wenn es mir schon beschissen geht und ich dazu noch weitere negative Einträge lese, wird sich die Lage bei mir kaum verändern. Nur darauf zu warten, dass jemand schreibt „Mir geht es auch so!“ oder „Ich verstehe dich!“ das hilft keinem wirklich.

Das sind meine persönlichen Einschätzungen, heute im Jahre 2019 zu diesem Thema. Wie denkt ihr darüber ?

06/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Depression: Wie Kunst mir zur Genesung verhilft.

19. September 2016

Durch meine stationären Aufenthalte kam ich immer wieder mit der dort angewendeten Gestaltungstherapie in Berührung. Gerade am Anfang hatte ich noch Schwierigkeiten, diese als eine Therapieform für mich zu erkennen.

Man trifft sich mit anderen Mitpatienten und versucht durch Zeichnen, Malen oder auch mit Tonarbeiten, etwas von sich und seiner Krankheit zu vermitteln. Klingt komplizierter als es ist. Oft gab es Themenvorschläge die umgesetzt werden sollten, oder aber freies Gestalten war angesagt. Mit Ton hatte ich es nicht so, andere Mitpatienten arbeiteten dagegen hart mit diesem plastischen Material. Das sie damit automatisch auch an ihrer Genesung arbeiteten, wurde mir erst einige Zeit später bewusst.

Ich selber entschied mich für die Malerei. Dabei waren meine Bilder meistens, eigentlich immer, sehr abstrakt. Also für Aussenstehende nicht gleich erkennbar, was ich damit zum Ausdruck bringen wollte. Zum Abschluss einer Therapiestunde saß man dann zusammen und sprach über die jeweiligen „Kunstwerke“. Erst dann wurde einem manchmal selber erst bewusst, wie viel von einem selber, in einem einfachen Bild stecken kann. 

Ich habe diese Malerei dann einige Zeit auch daheim weiter betrieben. Oft war ich nach 15 Minuten schon klatschnass geschwitzt und völlig fertig. Die Malerei hat mir viel geholfen, meine Erkrankung darzustellen und damit auch in irgendeiner Form öffentlich zu machen. Dinge, die nicht in Worte zu fassen sind, können durch Malerei oder andere künstlerischen Formen klar zum Ausdruck gebracht werden. Wenn auch manchmal nur für den Künstler/Erkrankten selber sichtbar. 

Zwischenzeitlich stehen die Leinwände schon länger in einer Zimmerecke rum und die Farbe fangen an zu vertrocknen. Ich habe für mich das Fotografieren entdeckt. Mit dieser Möglichkeit, nicht nur, aber auch, meiner Erkrankung entgegen zu treten, arbeite ich jetzt seit ca. 3 Jahren. Das Schöne daran ist, dass ich damit nicht nur meine depressiven Gedanken/Gefühle zum Ausdruck bringen kann, sondern in den guten Zeiten auch positive Bilder. 

Trotzdem bin ich schon einige Weile wieder am überlegen, mir eine Staffelei zu kaufen um mit der Malerei wieder anzufangen. Mal schauen. Grundlegend kann ich nur jedem Erkranktem empfehlen, sich eine Kunstform für sich auszusuchen, um durch Kreativität seiner Krankheit entgegen zu wirken. Es funktioniert!

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen.

06. Januar 2019

Die Staffelei habe ich bis heute nicht gekauft. Dafür so viele Bilder mit meiner Kamera aufgenommen, die dann aber wieder auf dem Datenspeicher in Vergessenheit geraten.

Trotzdem kann ich zu 100% bestätigen, das die Kunstform Fotografie mir in vielen Lebenslagen geholfen hat. Ich bin immer noch mit der gleichen Kamera von damals unterwegs und zwischenzeitlich wird die Anzahl der Bilder, die sich ausschließlich mit meiner Depression befassen, weniger. Das ist gut so !

04/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Aufhören, unnötige Energie zu verschwenden !

17. September 2016

Manchmal ist es besser einige Leitungen zu kappen, die man bis dahin mit Energie versorgt hat. Besonders wenn über diese Leitungen mehr oder weniger nur einseitig Kraft und Energie geflossen ist. Doch erst einmal ist es schwer diese kraftzehrenden Leitungen klar zu definieren. Manche laufen seit Jahren als getarnte, lebenswichtige Energieleitungen, so denkt man. Also heißt es, mit sich selber zu beschäftigen und das ist verdammt schwer, ich weiß!

Nur eine genaue Analyse, die durchaus viel Zeit in Anspruch nehmen kann, verschafft hier Klarheit. Sich dabei fachliche Hilfe zu holen, ist wichtig! Sonst kann es zu Kurzschlusshandlungen kommen, die einem selber großen Schaden zufügen. Wenn ich daheim einen Wasserrohrbruch habe, hole ich ja auch einen Fachmann der hilft, diesen Schaden zu beheben. 

Doch wenn man es für sich einmal rausgefunden hat, welche Leitungen in den letzten Jahren nur Kraft gekostet haben, ohne das etwas zurück kam, dann sollte man diese energieraubende Leitung unterbrechen. Man hat eben selber keinen unerschöpflichen Akku dem es nichts ausmacht, endlos Kraft und Energie von sich aus zu geben. So schonen wir unseren Akku und haben plötzlich Kraftreserven die wir, je nach Situation, für uns selber besser einsetzen können. 

04. Januar 2019

Ich habe meine kraftraubenden Leitungen gekappt zu dieser Zeit. In einem Brief habe ich versucht den betroffenen Personen (meinen Eltern) das freundlich zu erklären. Zurück kam aber kein Versuch diese Energieleitungen wieder neu zu verbinden. Nur böse Anfeindungen gegenüber meiner Person und meiner Frau, waren die Folge. Es war verdammt schmerzhaft das lesen zu müssen und hat mich sehr getroffen.

Auf der anderen Seite bestärkte es mich, das diese schwere Entscheidung richtig war !

Aus heutiger Sicht war es ein wichtiger Schritt für mich, wieder selbst für mich zu leben und die frei gewordene Energie sinnvoll zu nutzen. Ja auch heute denke ich ab und zu darüber nach ob es wirklich richtig war. Besonders da eine der Personen (mein Vater) letztes Jahr verstorben ist.

Doch da hilft mir die neu gewonnene Energie die mich bestärkt, dass ich von meiner Seite aus alles richtig gemacht habe. Es macht mich nur traurig, das es soweit kommen musste.

Nachtrag: In dem oben genannten Zusammenhang, habe ich mich auch von meinen zwei Brüdern „getrennt“. Denn auch von dort kamen nur Anfeindungen und Unverständnis.

03/01/2019
von Holger Danklemann
Keine Kommentare

Was ist Depression ? Der amateurhafte Versuch (m)einer Analyse (Teil 2).

14. September 2016

So schnell hätte ich selber nicht gedacht, dass der 2. Teil meiner „Analyse“ in Wort und Bild fertig würde. Irgendwie war der Antrieb so groß, das ich beide Teile an einem Tag geschrieben habe. In meinem ersten Teil versuchte ich meinen Standpunkt zu meiner Krankheit Depression in Worte zu fassen. In diesem 2. Teil möchte ich aufzeigen was mir geholfen hat, diese Krankheit besser in den Griff zu bekommen. 

Grundlegend gleich zu Anfang, wer an Depressionen leidet, sollte sich fachliche Hilfe holen! Zu meinen, man bekommt es selber alleine in den Griff, ist meiner Meinung nach ein großer Irrtum, der einen nur noch weiter in die Arme dieser Krankheit treibt. Öffnet euch und lasst euch helfen!

Bei mir hat es relativ kurze Zeit gedauert, bis ich erkannt habe, dass mit mir etwas nicht stimmt. Ich hatte den „Vorteil“ das jemand im engsten Familienkreis seit über 10 Jahren an Depressionen leidet. Doch sich fachliche Hilfe zu holen ist deswegen nicht leichter. Man muss sich ja selber und anderen eingestehen, dass man mit seinem Leben nicht mehr klar kommt und wer macht das schon gerne?

Es ging noch einige Zeit ins Land bis nach dem Erkennen, auch der Wunsch nach Hilfe stärker wurde. Ich kam mit mir und meinem Leben überhaupt nicht mehr klar. Ich gab auf und wurde über meine Hausärztin zu ersten stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Abteilung einer Klinik in unserer Nähe überwiesen. Aus der heutigen Sicht war dieser Aufenthalt dort suboptimal. Einige Dinge halfen mir, andere Dinge dagegen eher weniger. Aber ich habe mich auf den Weg gemacht etwas gegen diese Krankheit zu unternehmen. Ich war auf dem richtigen Weg, das war sicher!

Gegen Ende des stationären Aufenthaltes kam die Frage nach einer ambulanten Weiterführung der Therapie durch einen Psychotherapeuten. Ich bekam eine Liste von Fachleuten in meiner Nähe, die ich wegen einem ersten unverbindlichen Gespräch anrufen sollte. Doch ich machte das nicht. Ich war der Meinung, dass nun alles wieder gut ist und ich mein altes Leben wieder hätte. Ein fataler Irrtum!

Sicher, am Anfang funktionierte ich wieder. Ob bei der Arbeit, Freunden, oder zu Hause. Alles lief irgendwie wieder seinen Gang. Ich versuchte erst gar nicht mir weitere Hilfe im Anschluss an dem stationären Aufenthalt zu suchen. Der zweite große Fehler von mir war es, die Medikamente, die ich in der Klinik bekommen hatte, zu Hause auch weiter einzunehmen. Mir ging es ja wieder gut. Also alles wieder klar. Das brauche ich nicht mehr. So lebte ich meinen Alltag wieder und das ging fast 1,5 Jahre gut. Ich machte mir nicht mal mehr ansatzweise Gedanken zum Thema Depression.

Doch diese Rechnung ging leider nicht auf. Die Depressionen schlugen nicht nur wieder zu, sondern kamen in verschärfter Art und Weise das es mich in kürzester Zeit komplett aus diesem, doch sonst so gut funktionierenden, Leben warf. Ich konnte nicht mehr arbeiten. Ich war zu nichts mehr zu gebrauchen und ich hasste mich dafür. Ich steckte innerhalb von Wochen viel tiefer in der Erkrankung, wie noch vor meinem ersten stationären Aufenthalt.

Ein zweiter stationäre Aufenthalt wurde nötig. Dieses mal in einer anderen Klinik. Diese ist spezialisiert auf posttraumatische Belastungsstörungen mit mittelschweren Depressionen. So nennt sich mein Krankheitsbild. Da ging es richtig zur Sache, der Aufenthalt wurde sogar um zwei Wochen verlängert, so das ich fast vier Monate „weg vom Fenster“ war. Auch hier kam im Abschluss der Zettel mit Namen von Psychotherapeuten in meiner Nähe. Dieses Mal nahm ich das Telefon in die Hand. Das was mir da geschehen war, wollte ich mir und meiner Familie nicht noch mal antun.

Ich hatte das große Glück einen fachlich kompetenten Therapeuten zu finden, der mich auch kurzfristig in seine Liste von Patienten aufnahm. Dafür danke ich meiner Hausärztin noch heute dafür, die sich für mich stark gemacht hat. Denn einen Psychotherapeuten zu finden, der einen ohne Monate(!) lange Wartezeit aufnimmt, ist extrem selten. Zusätzlich kam noch ein Psychologe ins Spiel, der für meine Medikation zuständig ist. 

Doch ich tat wieder den Fehler vom letzten Mal. Ich bin halt kein Freund von Medikamenten, war ich noch nie. Also lies ich mir diese Medikamente zwar verschreiben, nahm sie aber nicht ein. Ich fing schon an, diese im Alltagsmüll zu entsorgen, damit es nicht auffiel. Doch das ging nicht lange gut. Meine Schlafstörungen kamen wieder und ich lief nur noch mit halber Kraft am Tag, wenn es ein guter Tag war. Ich musste was ändern.

Ich fing an die Medikament zu nehmen, erst unregelmäßig, was aber nicht viel brachte. Erst nachdem ich regelmäßig meine Tabletten zu mir nahm, konnte ich wieder die Nacht durchschlafen und war wenigstens körperlich schon mal fit für den Alltag. Mir geht es relativ gut, was nicht heißt, ich bin geheilt. Denn das ist bis jetzt noch nicht möglich bei mir, will es aber auch nicht komplett verneinen. Zwischenzeitlich nach einem härteren Kampf (bin bis vor das Sozialgericht gegangen), habe ich eine befristete Erwerbsminderungsrente die im Frühjahr 2018 ausläuft. Was bis dahin ist, kann heute keiner sagen. 

Vor zwei Wochen hat mich eine depressive Episode unerwartet ziemlich heftig getroffen. Wochenlang ging es mir eigentlich sehr gut. Dann kam sie und die Wirkungen spüre ich heute noch nach. doch ich habe gelernt! Ich habe einen Termin bei meinem Psychologen und werde das ansprechen.

Grundlegend werde ich weiter daran arbeiten diese Krankheit für mich besser in den Griff zu bekommen und ich bin dankbar für die therapeutische Unterstützung und auch selbst für die Medikamente kann ich zwischenzeitlich dankbar sein. Ich möchte noch eines kurz zum Schluss zum Thema Medikament ansprechen.

Zu jedem Medikament und seiner Wirkung kann man zwischenzeitlich Informationen im Internet finden. Habt keine Angst, sie werden nicht eure Persönlichkeit verändern, denn das hat die Depression schon längst gemacht. Sie helfen euch wieder ein, mehr oder weniger, normales Leben führen zu können. Es ist sicher kein einfacher Weg, aber macht nicht die Fehler den ich gemacht habe! Lasst euch helfen! Ihr seit es uns wert! 

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen.

P.S. Für alle direkt Betroffenen und auch für alle, die einen Menschen mit Depressionen kennen, habe ich bei YouTube dieses Video entdeckt. Es erklärt in nicht mal 5 Minuten was es bedeutet, Depressionen zu haben. 

Der schwarze Hund

03. Januar 2019

Meine Rente ist noch mal bis zum Frühjahr 2021 verlängert worden. Die depressiven Schübe kommen auch heute noch. Aber viel seltener und nicht jeder davon haut mich um. Mein Leben hat sich verändert. Ich für mich habe erkannt, dass mein Leben vor der Depression ich wohl nie wieder leben werde. Diese Erkenntnis war ziemlich heftig, aber auch heilsam. Denn so muss ich mich nicht weiter zusätzlich unter Druck setzen. Ich lebe mein Leben, auch mit der Depression.

02/01/2019
von Holger Danklemann
1 Kommentar

Was ist Depression ? Der amateurhafte Versuch (m)einer Analyse (Teil 1).

14. September 2016

Mit diesem Text möchte ich meine Gedanke zum Thema Depressionen niederschreiben. Ich erhebe nicht den Anspruch auf eine fachliche Kompetenz. Was mir wichtig ist, dass diese Krankheit (ja es ist eine Krankheit!) nicht weiter ein Tabuthema bleibt! Deswegen versuche ich es auf diesem Wege andern Betroffenen zu sagen: „Versteckt euch nicht!“ Doch nun zum eigentliche Text.

Ich bin krank! Ich bin krank und habe nicht nur eine Stimmungsschwankung! Es ist mir nicht damit geholfen zu sagen: „Ich kenne das, ich war auch schon mal schlecht drauf.“ Es sind wohl die wenigsten die jemanden mit einer Krebserkrankung sagen, „Ich kenne das, ich hatte auch mal eine Entzündung.“

Depression ist eine heimtückische Krankheit. Sie bringt einen dazu sich selbst soweit in Frage zu stellen, ob sich das Leben noch lohnt. Die Gefahr eines Suizid schwingt mehr, oder weniger mit. Je nach Krankheitsgrad und Persönlichkeit, kann das für einen Patienten der letzte vermeintliche „Ausweg“ sein.

Das Gemeine an der Krankheit ist, man kann sie so wie herkömmliche Krankheiten nicht eindeutig bestimmen. Ein Knochenbruch kann man am Röntgengerät feststellen und mit einem Gipsverband Heilung verschaffen. Das ist klar zu sehen, gerade auch vom Umfeld des Patienten. Da ist ein Verband, da ist ein Gips, da ist ein Röntgenbild. Alles ist klar und verständlich.

Eine Depression kommt schleichend und ist sehr heimtückisch. Der Patient weiß am Anfang oft selber nicht das er daran erkrankt ist. Wenn er es bemerkt, ist die Depression meistens schon so weit vorgeschritten, dass man ohne fachliche Hilfe keine Chance hat aus dieser Spirale einen Weg für sich zu finden. 

Anfangs waren da die Schlafstörungen, … nur ab und zu. Da sind diese Tage, in der man antriebslos die Stunden an sich vorüber streichen lässt. „Ist halt heute nicht mein Tag“ versucht man sich das zu erklären. Doch aus ab und zu werden diese Schlafstörungen immer mehr und auch diese antriebslosen Tage tauchen häufiger auf.

„Jetzt reiß dich mal zusammen!“ sagt man sich selber und dieser Spruch wird auch vom Umfeld einem an den Kopf geworfen. Doch das Loch in dem man steckt, hat keine Leiter die ans Licht führt. Man hat selber eine Schaufel in der Hand und gräbt sich weiter in diesem dunklen Loch nach unten.

Man nimmt sich Dinge vor für den neuen Tag und muss am Ende des Tages erkennen, man hat nichts davon geschafft. Man schaut nicht mehr in den Spiegel, denn das was einen da anschaut gefällt einem nicht. Die Depression übernimmt das Leben, alles um einen herum hat keinen Sinn mehr. Ziellos treibt man durch den Tag und ist Nachts wach und fragt sich: „Für was bin ich eigentlich noch gut, ausser den anderen Menschen den Sauerstoff zu rauben?“

Das Umfeld versteht nicht was mit dir los ist. Wie auch? Du verstehst dich ja selber nicht. Es gibt kein Röntgenbild von deiner kranken Seele, das man vorlegen kann, um die Krankheit zu erklären und zu bestätigen. Denn das ist oft das Problem, auf der einen Seite sich selber einzugestehen krank zu sein und auf der anderen Seite, dieses dem persönlichen Umfeld zu erklären.

Depression ist keine Willensentscheidung! Es ist eine Krankheit die meinen freien Willen nicht mehr zulässt. Ich sitze zu Hause und habe noch einige Dinge zu erledigen. Nichts wichtiges, Müll runter bringen, ein Telefonat führen, vielleicht ein paar Sachen einkaufen. Doch die Depression hält mich fest an diesem Stuhl, auf dem ich gerade sitze. Ich schaffe es nicht auch nur eines dieser Dinge zu erledigen. Und am Abend werfe ich mir vor, „Na du, wieder mal nichts auf die Reihe gebracht?“

Man zieht sich immer weiter in sein Schneckenhaus zurück und sitzt am hellen Tage in einer dunklen Wolke, oder einem dichten Nebel, der nichts an einen rankommen lässt. Selbst der Sex und die Liebe zu deinem Partner schwindet. Alles verliert seinen Reiz. Wann hat man zuletzt wirklich aus vollem Herzen gelacht und es nicht nur wegen den Freunden vorgespielt? Nichts interessiert einen noch. Gefühle wie Freude oder Glück verschwinden in der dunklen Wolke, die einen umgibt.

Ende von Teil 1

An dieser Stelle möchte ich eine Pause einlegen. Wenn ich sehe wie viel ich bis jetzt geschrieben habe (innerhalb von einer Stunde!), glaube ich sowieso kaum, dass es jemand bis zum Schluss liest. Doch mir tut es gut das ich es gesagt/geschrieben habe.

Was ich als Schlusswort noch sagen möchte an alle Betroffenen: Holt euch fachliche Hilfe! Es gibt Möglichkeiten wie man diese Krankheit in den Griff bekommen kann. Ich sage nicht, dass es eine komplette Heilung gibt. Aber es gibt die Chance, auch mit dieser Krankheit wieder richtig leben zu können. Darüber spreche/schreibe ich hoffentlich bald im 2. Teil meiner „Analyse“.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen.

02. Januar 2019

Wenn ich das so lese und sehe wie es mir heute geht, ist da schon eine deutliche Veränderung. Sicher bekomme ich noch hier und da einen depressiven Schub, aber selten so ausgeprägt wie noch 2016. Was mir geholfen hat sind meine stationären Aufenthalte sowie eine Ambulante Therapie, bei der ich heute noch Dinge aus der Vergangenheit und daraus falsche Verhaltensweise bearbeite. Auch passende Medikamente helfen mir. Die persönliche Einstellung dieser dauerte fast 1,5 Jahre. Da jeder Mensch anders auf die diversen Medis reagieren. Alles dauert seine Zeit.